Urtikaria.org
Informationen für Betroffene und Angehörige
Urtikaria: Symptome und Diagnose
Urtikaria-Auslöser diagnostizieren
Bei chronischer Nesselsucht ist es Ziel der Diagnostik, die relevanten Auslöser zu identifizieren, damit diese künftig gemieden werden können. Um z. B. abzuklären, ob die Urtikaria sowie eine damit verbundene Bildung von Angioödemen IgE-vermittelt ist, wird der behandelnde Arzt/Allergologe im Rahmen der Diagnosefindung zunächst standardmäßig Allergietests durchführen. Hierzu zählen z. B. Hauttests wie Scratch- oder Prick-Test, bei denen das potenzielle Allergen auf unterschiedliche Weise in Kontakt mit der Haut gebracht wird, sowie Bluttests, anhand derer überprüft wird, ob der IgE-Antikörper-Wert des Patienten erhöht ist.
Pseudoallergien mit Auslassdiät bestimmen
Konnte durch die o. g. Untersuchungsverfahren nachgewiesen werden, dass die Urtikaria nicht durch eine Allergie verursacht wurde, gilt es abzuklären, ob sie das Ergebnis einer pseudoallergischen Reaktion ist. Für die sichere Diagnose einer Pseudoallergie steht derzeit einzig das sog. Provokationsverfahren als Untersuchungsmethode zur Verfügung. Dabei hält der Patient in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Diät, bei der auf Lebensmittel verzichtet wird, die potenzielle Auslöser wie z. B. biogene Amine, Geschmacksverstärker und/oder Konservierungs- und Farbstoffe enthalten. Nach einem Zeitraum von ca. vier Wochen erfolgt unter strenger ärztlicher Kontrolle ein schrittweiser Kostaufbau um die bis dato gemiedenen Lebensmittel. Kommt es zu einer Quaddelbildung und bleibt diese nach einem erneuten Meiden des jeweiligen Lebensmittels wieder aus, erlaubt dies nicht nur die Identifikation des entsprechenden Auslösers, sondern auch die Entwicklung einer individuell gestalteten Diät als Therapiemaßnahme. Hilfreich kann hierbei insbesondere das Führen eines Krankheitstagesbuchs sein, in dem verzehrte Lebensmittel sowie auftretende Symptome genau protokolliert werden.
Weitere Untersuchungsmethoden
Im Unterschied zu einer solchen Auslassdiät lassen sich physikalische Urtikaria-Auslöser vergleichsweise einfach durch gezielte Provokationstests bestimmen. Scheinen die Urtikaria-Symptome medikamenteninduziert zu sein, empfiehlt sich ggf. eine Auslassprobe unter strenger ärztlicher Aufsicht sowie der Wechsel auf ein alternatives Arzneimittel. Da eine Nesselsucht aber auch im Zusammenhang mit einer Infekterkrankung stehen kann, wird der behandelnde Allergologe den Patienten je nach Fall zur Abklärung der Beschwerden z. B. an einen Hals-Nasen-Ohr-Arzt oder Internisten überweisen. Letzterer kann etwa eine Gastroskopie (Magenspiegelung) durchführen, die es ggf. ermöglicht, einen chronischen Infekt des Verdauungstrakts, z. B. durch das Bakterium Helicobacter Pylori, zu erkennen. Weil bei manchen Urtikaria-Patienten Stress und Beanspruchung eine Rolle zu spielen scheinen, sollte im Einzelfall auch die individuelle psychische Belastung abgeklärt werden.
msf
Weitere Artikel im Bereich Diagnose:
Urtikaria: Symptome und Diagnose
Der Startartikel in diesem Bereich gibt Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Symptome und die diagnostischen Verfahren, die bei Urtikaria angewendet werden.