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Ratgeber Urtikaria

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Urtikaria
Was ist Urtikaria

Die Urtikaria, auch Nesselsucht genannt, äußert sich durch sog. Quaddeln. Diese roten Hauterhebungen entstehen aufgrund einer Reaktion auf bestimmte Allergene. Die Quaddeln jucken stark und erinnern visuell an die Hautschwellungen, die durch Brennnesseln verursacht werden. Die Nesselsucht wird in unterschiedliche Formen eingeteilt. Es wird z. B. nach der Dauer ihrer Erscheinung unterschieden. Die akute Urtikaria kann in nur wenigen Tagen oder Wochen wieder abklingen. Die chronische Urtikaria wiederum besteht, wenn die Beschwerden mehr als sechs Wochen andauern. Viele Urtikaria-Betroffene entwickeln darüber hinaus ein Angioödem, das durch spontane Schwellungen in tieferen Hautschichten entsteht.

Diagnose Urtikaria

Bei der Diagnose der Urtikaria (Nesselsucht) gibt es unterschiedliche Verfahren. Allergietests, wie der Pricktest, und Bluttests werden durchgeführt, um zu ermitteln, welche Auslöser eine chronische Urtikaria haben kann. Der Bluttest misst dabei den IgE-Antikörper-Wert. Sollte es sich nicht um eine allergievermittelte Urtikaria handeln, werden weitere Tests vorgenommen. So wird bei Verdacht auf eine Pseudoallergie eine spezielle Diät durchgeführt. Erst wird auf Nahrungsmittel verzichtet, die im Verdacht stehen, mögliche Auslöser wie z. B. Zusatzstoffe oder Allergene zu enthalten. Dann werden diese zugeführt. Wenn sich Quaddeln bilden und bei Verzicht wieder verschwinden, ist der Auslöser identifiziert.

Therapie Urtikaria

Die Therapie der Urtikaria (Nesselsucht) besteht zum einen aus der Vermeidung der entsprechenden Auslöser und zum anderen aus der Hemmung der Allergene durch Antihistaminika oder Glukokortikoide. Wenn die Urtikaria durch eine Infektion ausgelöst wurden sein sollte, wird in der Therapie ein Antibiotikum verschrieben. Die Vermeidung von bestimmten Auslösern muss mit dem Arzt/Allergologen abgesprochen werden. Bei einer akuten Urtikaria wird über die Gabe von Antihistaminika versucht, die Histaminwirkung zu schwächen oder zu blockieren. Glukokortikoide werden bei besonders starken Ausprägungen eingesetzt, z. B. bei Atemnot, Blutdruckabfall oder sehr starkem Juckreiz. Sie sind allerdings nicht für eine längere Einnahme geeignet.

Die Entstehung der Urtikaria (Nesselsucht) kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Ein Auslöser kann eine Überempfindlichkeit auf Arzneimittelzusätze oder Arzneistoffe sein. Es kann auch aufgrund einer Immunreaktion auf körpereigene Stoffe entstehen. Die Urtikaria kann ihre Ursache auch in einer Infektion haben. Bei einer akuten Form der Urtikaria sind die Auslöser z. B. Arzneimittelsubstanzen oder natürliche Bestandteile in Nahrungsmitteln. Ggf. kann auch Histamin einen Schub auslösen. Bei der chronischen Urtikaria können Zusatzstoffe in Lebensmitteln, z. B. Emulgatoren, Auslöser einer Reaktion sein. Bei der physikalischen Form entstehen die Quaddeln durch direkten Kontakt der Haut mit physikalischen Reizen, wie z. B. sehr starker Sonneneinstrahlung.

Was ist Urtikaria (Nesselsucht)?

Nach Angaben der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist jeder vierte Mensch einmal in seinem Leben von akuter Urtikaria (Nesselsucht) betroffen. Dabei bilden sich auf der Haut des Patienten infolge einer schockartigen (pseudo)allergischen Reaktion rote Hauterhebungen – sog. Quaddeln –, die stark jucken. In ihrer Erscheinungsform erinnern diese Erhebungen an die durch die Brennhaare der Brennnessel – lat. Urtica dioica – verursachten Hautschwellungen.

Klassifikation unterschiedlicher Formen von Urtikaria

I. d. R. heilen die Hautveränderungen bei Urikaria innerhalb eines kurzen Zeitraums von nur wenigen Tagen wieder vollständig ab (Dauer < 6 Tage). Bei einigen Betroffenen halten die Beeinträchtigungen jedoch länger an (Dauer > 6 Wochen), wobei es bei ihnen wiederholt zu plötzlichen Krankheitsschüben mit Quaddelbildung und starkem Juckreiz kommt. Der Dermatologe spricht bei diesem rasch wechselnden Beschwerdebild im Unterschied zu einer akuten spontanen von einer chronischen Urtikaria, die die Lebensqualität des Betroffenen oft stark einschränkt.

Ungefähr die Hälfte der Urtikaria-Betroffenen entwickelt zusätzlich zu den Quaddeln sog. Angioödeme, die das Krankheitsbild weiter verschlimmern: Es kommt zu plötzlichen Schwellungen in der Region der Lippen oder Augen, die – anders als die Quaddeln der Urtikaria – in den tieferen Hautschichten gebildet werden und zu einer bis zu drei Tagen dauernden Entstellung des Patienten führen können. Auch wenn Angioödeme i. d. R. nicht mit Juckreiz einhergehen, können sie durch Spannungs- und Druckgefühle Schmerzen verursachen. Dabei ist die Schmerzintensität von der Lokalisierung und Ausprägung des Angioödems abhängig – tritt es z. B. im Bereich der Lippen auf, kann es beim Schließen des Munds zu Beschwerden kommen, wohingegen es bei einer Manifestation im Bereich des Kehlkopfs oder in der Mund- und Rachenschleimhaut zu mitunter lebensbedrohlicher Atemnot kommen kann.

Wer ist von Urtikaria betroffen?

Anders als bei Kindern, bei denen bislang kein geschlechtsspezifisches Vorkommen von Urtikaria (Nesselsucht) festgestellt werden konnte, tritt Urtikaria bei erwachsenen Patienten vermehrt bei Frauen auf. Bei chronischer Urtikaria liegt das Verteilungsverhältnis aus bislang nicht eindeutig geklärten Gründen bei etwa 2:1. Häufig ist dabei die Gruppe der 30- bis 50-Jährigen betroffen, wobei die Urtikaria prinzipiell in jedem Lebensalter vorkommen kann: Das Auftreten der Erkrankung ist bei Neugeborenen nicht ungewöhnlich, in der Altersgruppe der über 70-Jährigen verhältnismäßig selten.

msf

 

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