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Urtikaria

Was ist Urtikaria (Nesselsucht)?

Nach Angaben der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist jeder vierte Mensch einmal in seinem Leben von akuter Urtikaria (Nesselsucht) betroffen. Dabei bilden sich auf der Haut des Patienten infolge einer schockartigen (pseudo)allergischen Reaktion rote Hauterhebungen – sog. Quaddeln –, die stark jucken. In ihrer Erscheinungsform erinnern diese Erhebungen an die durch die Brennhaare der Brennnessel – lat. Urtica dioica – verursachten Hautschwellungen.

Klassifikation unterschiedlicher Nesselsucht-Formen

I. d. R. heilen die Hautveränderungen innerhalb eines kurzen Zeitraums von nur wenigen Tagen wieder vollständig ab (Dauer < 6 Tage). Bei einigen Betroffenen halten die Beeinträchtigungen jedoch länger an (Dauer > 6 Wochen), wobei es bei ihnen wiederholt zu plötzlichen Krankheitsschüben mit Quaddelbildung und starkem Juckreiz kommt. Der Dermatologe spricht bei diesem rasch wechselnden Beschwerdebild im Unterschied zu einer akuten spontanen von einer chronischen spontanen Urtikaria, die die Lebensqualität des Betroffenen oft stark einschränkt.

Ungefähr die Hälfte der Urtikaria-Betroffenen entwickelt zusätzlich zu den Quaddeln sog. Angioödeme, die das Krankheitsbild weiter verschlimmern: Es kommt zu plötzlichen Schwellungen in der Region der Lippen oder Augen, die – anders als die Quaddeln der Nesselsucht – in den tieferen Hautschichten gebildet werden und zu einer bis zu drei Tagen dauernden Entstellung des Patienten führen können. Auch wenn Angioödeme i. d. R. nicht mit Juckreiz einhergehen, können sie durch Spannungs- und Druckgefühle Schmerzen verursachen. Dabei ist die Schmerzintensität von der Lokalisierung und Ausprägung des Angioödems abhängig – tritt es z. B. im Bereich der Lippen auf, kann es beim Schließen des Munds zu Beschwerden kommen, wohingegen es bei einer Manifestation im Bereich des Kehlkopfs oder in der Mund- und Rachenschleimhaut zu mitunter lebensbedrohlicher Atemnot kommen kann.

Wer ist betroffen?

Anders als bei Kindern, bei denen bislang kein geschlechtsspezifisches Vorkommen der Nesselsucht festgestellt werden konnte, tritt Urtikaria bei erwachsenen Patienten vermehrt bei Frauen auf. Bei chronischer Urtikaria liegt das Verteilungsverhältnis aus bislang nicht eindeutig geklärten Gründen bei etwa 2:1. Häufig ist dabei die Gruppe der 30-50-Jährigen betroffen, wobei die Urtikaria prinzipiell in jedem Lebensalter vorkommen kann: Das Auftreten der Erkrankung ist bei Neugeborenen nicht ungewöhnlich, in der Altersgruppe der über 70-Jährigen jedoch verhältnismäßig selten.

msf

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